Deutscher Schäferhund Nothilfe_e_V
14.01.2012
Wir suchen ein bis zwei Dauerpflegefamilien aus Baden-Württemberg, Südhessen oder der Pfalz oder aus dem Großraum Düsseldorf-Köln,
die einem alten Schäfi ein Zuhause für immer schenken möchten, sowie ein bis zwei Vermittlungspflegestellen in Baden-Württemberg oder aus Südhessen oder der Pfalz. Falls Sie Kinder haben, sollten diese schon größer sein und es sollten keine Katzen in Ihrem Haushalt leben.

Wenn Sie helfen möchten, schreiben Sie bitte an Birgit@DSHN.de.

Hunde der
Deutscher Schäferhund Nothilfe
Zuhause gesucht
In Dauerpflege

Pflegefamilie sein


Pflegestelle zu sein bedeutet, einem Hund für eine ungewisse Zeitspanne ein Zuhause zu geben, als wäre es der eigene. Da gerade Schäferhunde momentan weniger gefragt sind, kann es leider auch mehrere Monate, im Ausnahmefall sogar Jahre dauern, bis ein gutes Zuhause gefunden wird.

Den Hunden, hinter denen fast immer eine schwere Zeit liegt, sollen wiederholte Trennungen und der Stress des Neueingewöhnens nach Möglichkeit erspart bleiben. Deshalb ist es nach unserer Ansicht sinnvoll nur mit Pflegestellen arbeiten, bei denen der Hund aller Voraussicht nach bis zur Vermittlung bleiben kann.

In den meisten Fällen ist eine Pflegestelle die für viele Hunde so wichtige Zwischenstation nach dem Tierheimaufenthalt bis zum Einzug in ihr endgültiges Zuhause.

Dem Hund etwas beibringen

Verschiedene Schäferhunde, besonders aus dem Ausland, zählen zu den Langzeitinsassen, über deren Vorleben nichts bekannt ist, weil sie ausgesetzt wurden. Einige haben ihr Leben an der Kette verbracht. Viele waren nie zuvor in einer Wohnung und haben keine Erziehung und Zuwendung genossen. Die Wenigsten haben durch Menschen nur Gutes erfahren. Trotzdem sind fast alle Hunde, wie es ihrer Art eigen ist, Menschen gegenüber außerordentlich dankbar, freundlich und für Streicheleinheiten empfänglich.

Bevor solche Hunde als Familienhunde vermittelt werden können, sollten sie in der Pflegestelle eine kleine Ausbildung erfahren. Es ist möglich, dass die Hunde noch nicht stubenrein sind (In der Regel wird dies jedoch recht schnell erlernt), keine Kommandos beherrschen und vielleicht noch nicht einmal leinenführig sind.

An diesem Kleinen Hundeeinmaleins sollten sie in der Pflegestelle mit ihrem Schützling arbeiten. Daher ist Erfahrung im Umgang mit großen Hunden von Vorteil. Eine ideale Pflegestelle ist bereit, sich durch den Besuch einer Hundeschule und/oder durch Bücher zum Thema Hundesprache/-Erziehung weiterzubilden.


Bei Hunden, die aus einem deutschen Tierheim oder aus einer Familie kommen, kann der Hund meist schon ein wenig mehr, doch auch solche Hunde müssen oft noch Einiges lernen.

Kleine Kinder, Katzen und Abwesenheitszeiten in Pflegefamilien

Auch wenn die meisten Hunde lieb sind, erscheint uns von der DSH-Nothilfe e.V. sicherer, sie nicht in Pflegefamilien mit Kindern unter 8 Jahren zu geben. Da sich viele Hunde nicht mit Katzen vertragen, ist es von Vorteil wenn in den Pflegestellen keine Katzen leben.

Dies ist unsere Empfehlung.

Einige Organisationen handhaben es anders.

Prinzipiell können unserer Ansicht nach Hunde auch in berufstätige Pflegefamilien, wenn der Abwesenheitszeitraum nicht allzu lang ist. Schließlich schlafen sie je nach Alter und Temperament bis zu 16 Stunden täglich. Allerdings sollten Sie nach der Übernahme einige Tage Urlaub nehmen oder frei haben. Bei Berufstätigkeit der „Pflegeeltern“ sollte der Hund jedoch schon erwachsen sein und/oder weitere Hunde zur Gesellschaft sollten mit im Haushalt leben. Wenn ein zweiter Hund im Haushalt lebt, wird die Abwesenheit der menschlichen Bezugsperson in der Regel weniger schmerzlich empfunden. Dieser Punkt spricht sehr für einen Pflege- oder Zweithund. Für Halter und für verträgliche Hunde ist ein Gefährte eine Bereicherung.


Doch auch in diesem Punkt haben verschiedene Organisationen verschiedene Ansichten.

Pflegehunde sind oft Überraschunspakete

Leider gibt es keine Garantien für die beschriebenen Charaktereigenschaften des zukünftigen Pfleglings. Ein Hund, der sich im Tierheim sehr schüchtern und untergeordnet zeigte, kann unter Umständen, nachdem er einige Wochen in einer Familie verbracht hat, versuchen seine Grenzen auszutesten. Ruhige Hunde können aufleben. Im Tierheim recht lebhafte Hunde können sich in der Sicherheit der Pflegestelle entspannen und sind unter Umständen weniger temperamentvoll als angenommen. Hunde, die sich beim Katzentest im Tierheim desinteressiert verhielten, können plötzlich Jagdtrieb entwickeln, etc..

All das kann, muss aber nicht vorkommen. Wir schreiben dies so deutlich, damit Ihnen klar ist, worauf Sie sich einlassen. Wenn Sie als hundeerfahrene Pflegestelle bereit sind, Ihren Schützling nicht schon bei kleinen Problemen fallen zu lassen, sondern an seinen Schwächen arbeiten würden, wären sie eine große Hilfe für einen heimatlosen Schäferhund, dessen Chancen ein Zuhause zu finden aus dem einen oder anderen Grund schlecht sind.

Durch das Leben in den Pflegestellen, lernt die jeweilige Organisation den Hund besser kennen und die zukünftigen Besitzer können sicherer einschätzen, ob er zu ihnen passt. Für Viele Menschen und Hunde ist es besser, wenn sie sich vor einer Adoption kennen lernen können. So kann man weitaus besser einschätzen, ob „es passt“, als wenn man einen Hund nur vom Foto und von einer kurzen Beschreibung Dritter kennt.


Zudem sind Hunde, die zuvor in einer Pflegestelle waren, i.d.R. bereits tierärztlich untersucht und behandelt. Auch hier hat man weniger Unsicherheiten.

Woran kann man eine gute Organisation erkennen?

Generell gilt, daß es sehr gute, aber auch sehr schlechte Tierschutzorganisationen gibt.

Eine Organisation von der man einen Hund bekommt, ohne daß ein Vorbesuch gemacht wurde, ist nicht empfehlenswert.

Sie sollten auf all Ihre Fragen Ankunft erhalten, die Kommunikation sollte stimmen.

Auch ein Pflegevertrag, in dem verschiedene Punkte der Zusammenarbeit geregelt und in dem die gegenseitige Rechte und Pflichten niedergelegt sind, sollte mit Ihnen vor der Aufnahme eines Tieres geschlossen werden.    

Welche Kosten für den Schützling von der jeweiligen Tierschutz-Organisation und welche von der Pflegestelle übernommen werden, ist sehr verschieden. In vielen Vereinen sollte die Pflegefamilie die Futterkosten übernehmen können. Auch das sollte im Vertrag genau geregelt sein.

Sind Sie Pflegestelle, sollten die Interessenten bei Ihnen anrufen und auch zu Ihnen nach Hause kommen dürfen, um den Hund in seinem Umfeld kennen zu lernen. Sie könnten sich ergänzend selbst nach geeigneten „Adoptiveltern“ umsehen.

Warum sollten Sie sich einer derart verantwortungsvollen Aufgabe stellen, die außerdem noch finanzielle Beteiligung erfordert?

Vielleicht weil die Arbeit von Pflegefamilien bei der Resozialisierung von Hunden als Sprungbrett in ein neues Zuhause von unschätzbarem Wert für den betroffenen Hund ist!

Es wartet eine spannende Aufgabe auf Sie. Auch wenn Sie nach einiger Zeit wieder von dem Schützling Abschied nehmen müssen, den Sie (hoffentlich) lieb gewonnen haben. Falls Sie sich von Ihrem Pflegetier nicht mehr trennen mögen, könnten Sie es meist zu den üblichen Bedingungen adoptieren.


05.05.10