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Wir trauern um unseren ehemaligen Vermittlungshund Dex - 16.03.2019


Wenn man stirbt, verlässt die Seele den Körper. Man nennt das Tod. Aber wenn die Seele noch was zu erledigen hat, dann bleibt sie so lange, bis sie Frieden findet .

Ich bin Dex und ich bin gestorben.

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Als meine Seele meinen Körper verlassen hat, war es ganz ruhig und friedlich. Mir geht es jetzt gut, aber ich bin noch da.

Es ist mir ganz wichtig, den beiden Menschen, die ich in meinem Leben richtig geliebt habe, Danke zu sagen.

Als meine Seele den Körper verlassen hat, habe ich verschiedene Abschnitte meines Leben vor meinem geistigen Auge gesehen und davon möchte ich erzählen.

Es fing an, dass ich wohlbehütet bei meiner Mutter lag. Ich war der Schwächste im Wurf, aber meine Mutter kümmerte sich genau so liebevoll um mich wie um meine Geschwister. Irgendwann kamen Leute und holten uns von unserer Mutter weg. Wir bekamen alle ein neues Zuhause. Ich erinnere mich, dass ich freudig in meinem neuen Heim begrüßt wurde. Meine nächste Erinnerung war, dass mein Herrchen mit mir schimpfte, weil ich einen Schuh zerkaut und auf den Teppich gepinkelt hatte . Er schickte mich in den Keller und da blieb ich auch die nächsten Jahre. Viel habe ich nicht gesehen. Kurz pinkeln und ab in den Keller. Ich war so allein. Eines Tages kamen Leute und schimpften mit meinem Herrchen. Sie nahmen mich an die Leine und holten mich aus meinem Verließ. Ich war völlig überfordert mit der großen Welt da draußen. Ich hatte ja nicht viel kennengelernt. Man brachte mich in ein neues Zuhause. Dort lernte ich andere Hunde kennen und ich wurde an der Leine zum Gassigang rausgelassen. Ich weiß noch, dass ich Angst vor den Autos hatte. Aber weil die vor mir wegliefen, habe ich versucht die zu verscheuchen, damit die nie wieder kommen. Ich war nicht lange in dem Zuhause und eines Tages kam ein Mann und holte mich ab. Ich bekam wieder ein neues Heim. Der nächste Abschnitt in meinem Leben begann. Ich sehe mich auf einem Platz. Dort war ein Mann mit einer Peitsche und einem dicken, künstlichen Arm. Ich hörte was von guten Papieren und Ausbildung und dann fuchtelte der Fremde mit dem Arm und der Peitsche vor mir rum. Mir war nicht klar, was er von mir wollte und ich suchte Schutz bei meinem neuen Herrchen. Es wurde an mir rumgezerrt und gezogen und ich war völlig überfordert.

Mein neues Herrchen war sehr ehrgeizig und versuchte immer wieder erneut mich zu einem „Schutzhund“ ,so nannte er es, auszubilden. Aber ich hatte Angst und ich mochte nicht in den Arm beißen. Das Knallen der Peitsche ließ mich in Panik verfallen.

Dann verlor mein Herrchen das Interesse an mir und ich blieb wieder viel alleine. Ich habe dann auch mal in die Wohnung gemacht. Ich weiß das ist nicht schön, aber ich musste einfach so dringend und dann ist es passiert. Ich erinnere mich, dass ich ständig dieses Bauchdrücken hatte. Es ging mir nicht gut. Irgendwann packte mich der Mann ins Auto und wir fuhren in mein nächstes Zuhause. Ich war mittlerweile 6 Jahre alt. Mein Leben war nicht schön. Ich hatte mich in mir selbst zurückgezogen, denn dann war es einfacher zu ertragen. In meinem neuen Zuhause war ich recht desinteressiert, weil ich nicht viel erwartete. Aber hier waren alle nett zu mir. Ich erinnere mich, dass ich sogar spielen durfte. Meine Seele und mein Körper hatten schon einiges mitgemacht und mich quälten die juckende Haut und ein permanentes Druckgefühl, dass ich muss. Aber hier schimpfte keiner mit mir. Ich blühte förmlich auf.. und dann irgendwann kamen sie ... meine Engel.

Ich erinnere mich, dass der Mann und die Frau mich sofort mochten . Sie waren so lieb zu mir. Ich fand sie toll und durfte mit den beiden nach Hause fahren.

Ich konnte mein Glück nicht fassen. Sie hatten mir einen Platz mit weichen Decken fertig gemacht und ich durfte mit auf die Couch. Sie sind mit mir rausgegangen, haben mit mir gespielt und ich war fast nie alleine. Aus Dankbarkeit habe ich dann auch mit im Garten mitgeholfen. Es war eine wunderbare Zeit und ich lernte ganz viel Neues kennen. Frank und Montse haben sich so viel Mühe gegeben und nie mit mir geschimpft. Sie haben mir Ruhe vermittelt und es war auch nicht schlimm, wenn ich mal in die Wohnung gemacht habe. Ich hatte am Anfang Angst, dass sie mit mir schimpfen, aber das taten sie nie. Mein Bauch hat mir immer viel Probleme gemacht und dann hat Montse für mich jeden Tag gekocht. Es war das Paradies. Alles was ich bisher in meinem Leben vermisst hatte, wurde mir hier geschenkt. Ich war glücklich.

In meiner nächsten Erinnerung liege ich in meinem Bett. Mir ging es nicht gut. Ich konnte nicht aufstehen und meine Beine waren ganz schwer und dick. Ich habe mich dann oft eingemacht. Frank und Montse waren immer da. Ich sah ihre besorgten Gesichter. Sie machten mich sauber und redeten ganz ruhig mit mir. Ich fühlte mich geborgen. Als ich dann eines Morgens wieder fröhlich aufstand, waren sie so glücklich. Ich mochte es, wenn sie sich freuten. Aber mein Gesundheitszustand verschlechterte sich schnell wieder. Ich fühlte mich schwach und konnte nicht mehr aufstehen. Montse und Frank haben mich in den Arm genommen und ganz lieb mit mir geredet. Sie sagten, ich solle keine Angst haben, es wird alles wieder gut. Dann bin ich in aller Ruhe eingeschlafen. Für immer.

Liebe Montse, lieber Frank, ich danke euch von ganzem Herzen für die grenzenlose Liebe, die ihr mir geschenkt habt. Ich war nicht einfach, das weiß ich, aber ihr habt mein Leben lebenswert gemacht. Ich wollte, dass ihr das wisst, denn jetzt kann ich in Ruhe gehen.

In ewiger Liebe Euer Dex

 
Deutscher Schäferhund Nothilfe e.V.
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