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Lavina- ein Bild von Traurigkeit - 25.08.2017


Wer unseren TSV kennt der weiß, dass wir uns an Fakten halten und neutral berichten, ohne um Mitleid zu heischen. Sehr selten ist es der Fall das wir so entsetzt sind, das Traurigkeit und Wut raus müssen. Dies ist einer der Fälle, bei dem wir nicht mehr an uns halten können...

Es gibt immer wieder Momente, in denen man unglaublich wütend und enttäuscht ist, wie oberflächlich und verantwortungslos manche Privatvermittlungen sind.
Eine Familie wünscht sich einen Familienhund und die Hündin passte perfekt von der Beschreibung. Haushaltung gewohnt, lieb und verschmust…
Was sie bekamen war eine ungepflegte , ängstliche Hündin, die bei einem Zwischenstopp, auf der Fahrt ins neue Zuhause, voll Panik vor einer Metall- Wasserschüssel aus dem Halsband geschlüpft und abgehauen ist. (Anmerkung: bei einem so positiv beschriebenen Hund aus unserem eigenen Land würde niemand an eine panische Reaktion denken).
Der Zwischenstopp war auf einem Autobahnparkplatz. Grund: Stau, sehr schwül, Lavinchen hatte Schaum vor dem Maul.
Die "Vermittlerin" wurde telefonisch kontaktiert. Es hagelte Vorwürfe, weil das Halsband nicht eng genug eingestellt war, obwohl die Dame bei Anlegen des Halsbandes anwesend war. Man bat darum, den ehemaligen Besitzer zu kontaktieren, egal wie das ehemalige Daheim war, ihn kannte Lavinchen und die Einfangaktion wäre evtl. leichter, schneller und somit sicherer gewesen.
Absage der Vermittlerin mit der Begründung, dass der ehemalige Besitzer kein Navi habe...
Die neuen Menschen von Lavinchen bekamen von der Vermittlerin ein Hotel genannt wo sie wegen einer Übernachtung nachfragen könnten.
Lavinchen komplett allein lassen?
Mal eben wegfahren und übernachten?
Nicht nur die eigene Hilflosigkeit und Unruhe stand einem Wegfahren vom Parkplatz im Wege. Beim Verlust des Sichtkontakts zum Menschen, hätte Lavinchen in ihrer Angst auf die Autobahn rennen können... Was dann alles hätte geschehen können, die Gefahr für die Menschen welche gerade zu diesem Zeitpunkt nichtsahnend mit hoher Geschwindigkeit über die Autobahn fahren, möchten wir uns nicht vorstellen und konnten die Leute nicht verantworten.
Die neuen Besitzer riefen spät abends (ausbüxen und nicht anlocken und einfangen können war gegen Mittag) in ihrer Verzweiflung bei der DSHN an und baten um Hilfe.
Eines unserer Team-Mitglieder, das in der Nähe wohnt, wurde geweckt. Spontane Hilfe - Fahrt zum Parkplatz nach 22.00 Uhr. Die neuen Menschen von Lavinchen wurden mit Essen, Kaffee, Hundefutter und Decken versorgt. Timo blieb bis 4.00 Uhr in der Nacht zur Unterstützung (danke dafür).
Am nächsten Tag reisten mehrere Mitglieder der DSHN mit ihren Hunden an und so konnte die Hündin, durch die Hilfe unseres ehemaligen Vermittlungshundes Tito, endlich gesichert werden.

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Dann ging es ins neue Zuhause: Als die Hündin ankam, war sie so verunsichert, dass sie voller Panik buchstäblich die Wände hochging, Geschirr aus den Schränken riss und durch ein geschlossenes Fenster springen wollte. Die neuen Besitzer waren am Ende ihrer Kräfte und riefen weinend bei der DSHN an.
Im Team wurde besprochen, das Mädchen sofort zu übernehmen. So wurde die Hündin ins Auto gesetzt und unter Tränen an die DSHN Pflegestelle übergeben.
Lavina- ein Bild von Traurigkeit
Wir haben schon viele Hunde übernommen, aber bei dem Anblick von Lavina stiegen uns die Tränen in die Augen. Sie ist klein, zart, ganz still und ohne Leben.
Man möchte sie einfach nur in den Arm nehmen und ihr sagen: „es wird alles wieder gut, Kleines“.
Lavina wirkt resigniert und lässt einfach alles mit sich geschehen. Was hat die Hündin erlebt, dass sie so voller Traurigkeit steckt?
Als sie ankam, sind wir erst einmal auf die große Wiese gegangen. Lavina wirkte regelrecht apathisch. Sie stand einfach nur da und schaute in der Gegend herum. Ganz vorsichtig werden wir versuchen Vertrauen zu gewinnen. Sie kommt ganz langsam an, wenn man sie mit einem Stück Wurst lockt. Bei den Gassigängen versuchen wir sie zu ermuntern. Manchmal wagt sie sich auch ein bisschen weiter vor zu laufen, bleibt dann aber wieder stehen und sucht die Sicherheit bei uns.
Wir hoffen wirklich, dass wir ihr mit viel Liebe wieder ein Lächeln in ihr hübsches Gesichtchen zaubern können und ihre Augen zum Strahlen bringen. In ihrer Pflegestelle hat sie jetzt die Möglichkeit nach draußen zu gehen und am Leben teilzunehmen oder sich einfach zurückzuziehen. Irgendwann wird Lavinchen zur Vermittlung frei gegeben werden und wir hoffen von Herzen, dass sie eine gute Familie finden wird. Aktuell möchten wir, dass sie erst einmal lernt, was Leben heißt und das Menschen Sicherheit und Liebe geben können

 
Deutscher Schäferhund Nothilfe e.V.
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