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Frohe Weihnachten - 21.12.2016


Liebe Schäferhundfreunde, Mitglieder, Helfer, Paten, Freunde und Sponsoren

Ihnen, Ihren Familien und Ihren Fellnasen wünschen wir frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein gesundes und glückliches Jahr 2017

Wie freuen uns, dass auch dieses Jahr unser
Mitglied Diana Hausmann wieder eine
weihnachtliche Geschichte für uns verfasst hat-
lassen Sie sich bewegen von „Whisper“



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WHISPER

„Was ist denn in der Kiste?“
Erwartungsvoll schaue ich zu Papa auf, der mit mir in den Keller gekommen ist. Eine Sekunde später zucke ich erschrocken zusammen, da sich der verschrammte Umzugskarton plötzlich bewegt. Außerdem kratzt und röchelt es seltsam.
„Also ...“ Papa reibt sich nachdenklich das Kinn. „Ich wurde gestern Abend noch zu einem Einsatz gerufen und ...“
Das nächste Brummen dringt aus der Box. Allmählich wird mir unheimlich.
„Das war der Grund für meine Nachtschicht!“, behauptet Papa, mit einem Fingerzeig auf die Box. „Du kannst ruhig hineinschauen. Aber sei vorsichtig beim Öffnen!“ Grinsend dreht er sich um und läuft die Treppe wieder nach oben.
Das Rascheln und Scharren hat aufgehört. Die Kiste ist so unscheinbar wie zu Beginn, als ich davorstand. Trotzdem zögere ich noch.
„Ach was, als ob Papa dir ein Krokodil vor die Nase setzen würde.“ Jetzt muss auch ich grinsen. „Mama würde ihn umbringen!“ Möglichst behutsam hebe ich den löchrigen Deckel hoch. Gerade so viel, dass ich hinein lugen kann. „Bäh!“ Die feuchte Nase hat mich voll erwischt. „Du hast Mundgeruch!“, begrüße ich den Boxeninsassen, dabei klappe ich die Kiste ganz auf.
Als ich den halbwüchsigen Schäferhund entdecke, versetzt es mir einen Stich. Und käme mir das aufgeregt zappelnde Wollknäuel, mit seinen halb stehenden und halb hängenden Ohren nicht unverzüglich entgegen, hätte ich die Kiste sicher wieder zugehauen, um meinen Vater heulend anzuschreien, dass er solche gemeinen Spielchen gefälligst mit jemand anderem treiben soll!

„Hallo Du!“, quäle ich es mir aus der Kehle.

Während ich damit beschäftigt bin, den Freundschaftsbekundungen des kleinen Vierbeiners auf meinen Hals auszuweichen, fällt mein Blick auf einen Zettel, der mit in der Kiste liegt.

„Liebe Ronja“, beginne ich den handschriftlichen Text zu lesen. „Mein Name ist Nobody, was heißt, dass ich noch keinen Namen habe! Dass ich ein Schäferhund-Rüde bin, hast du natürlich schon gesehen, oder? Bestimmt, schließlich hilfst du deinem Vater ja schon oft in der Tierpraxis. Aber ist dir auch aufgefallen, dass ich bisher kein einziges Mal ein Bellen von mir gegeben habe?“

Erschrocken weiche ich zurück. Stimmt! Wieso bellt der nicht? Er fiept und grollt zwar, aber geschleckt ... - Der nächste Stich trifft mich ins Herz.

„Die Zunge hat man mir wohl in meinem alten Zuhause rausgeschnitten. Vermutlich war ich zu laut. Aber sonst bin ich gesund, sagt der Doc. Ein paar regelmäßige Mahlzeiten wären gut für mich und jemand der mich nun so aufnimmt, wie ich bin. Der Doc hat auch gesagt - gestern Abend, als er mich mit der Polizei aus dem Stall geholt hat - da hat er gesagt, dass seine Tochter schon fast ein Jahr um ihren besten Freund trauert. Teddy soll der geheißen haben, und ein Schäferhund war es auch. War bestimmt schrecklich, als er angefahren wurde, oder? Er hat es nicht geschafft, meinte der Doc. Und um das nicht nochmal durchzumachen, will seine Tochter jetzt keinen neuen Hund mehr.“

Die feuchte Nase wischt meine Tränen beiseite. Ich habe nicht einmal bemerkt, wann ich zu weinen begonnen habe.

„Denkst du, er bekommt noch vor Weihnachten einen Namen?“ Papa steht längst wieder hinter mir. „Ich befürchte, das könnte knapp werden, da morgen schon Heiliger Abend ist.“

Die großen grüngelben Augen sind direkt vor mir, als mein Herz neben Teddy einen Platz findet.

„Whisper!“, flüstere ich heiser und schließe ihn fest in die Arme.

 
Deutscher Schäferhund Nothilfe e.V.
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